Schwarzer Kanal
Gegründet 1947 Sa. / So., 7. / 8. Dezember 2019, Nr. 285
Die junge Welt wird von 2220 GenossInnen herausgegeben

Leserbriefe

Liebe Leserin, lieber Leser!

Bitte beachten Sie, dass Leserbriefe keine redaktionelle Meinungsäußerung darstellen. Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe zur Veröffentlichung auszuwählen und zu kürzen. Leserbriefe sollten eine Länge von 2.500 Zeichen (etwa 390 Wörter) nicht überschreiten. Kürzere Briefe haben größere Chancen, veröffentlicht zu werden. Bitte achten Sie auch darauf, dass sich Leserbriefe mit konkreten Inhalten der Zeitung auseinandersetzen sollten. Ein Hinweis auf den Anlass Ihres Briefes sollte am Anfang vermerkt sein (Schlagzeile und Erscheinungsdatum des betreffenden Artikels bzw. Interviews). Online finden Sie unter jedem Artikel einen Link »Leserbrief schreiben«.

Einsendungen bitte an: leserbriefe@jungewelt.de

Nur Leserbriefe, die an diese Mailadresse geschickt werden, werden von uns berücksichtigt!

Per Post: junge Welt, Torstr. 6, 10119 Berlin, Kennwort: Leserbriefe

 

Leserbrief zum Artikel Zu Lust und Risiken des Kapitalverkehrs: Fehleranalyse gewünscht vom 30.11.2019:

Analyse längst vorhanden

Die amüsanten Beiträge von Lucas Zeise bereichern die jW. Seiner Glosse in der letzten Wochenendausgabe vom November muss ich allerdings widersprechen. Die DDR war zweifelsohne die bessere Gesellschaft. Aber Zeises Spekulationen über deren Untergang sind nicht mit Untersuchungen »Zu den ökonomischen Ursachen für die Niederlage des europäischen Sozialismus« zu erklären, denn hier werden schon wieder die nationale und internationale Politik bzw. das gesamte Umfeld sozialistischer Produktions- und Lebensweise ausgeschlossen. Eine marxistisch-leninistische Analyse schließt Gesamtzusammenhänge ein und darf sich nicht auf Teilgebieten verlaufen wie z. B.  dem der Arbeitsproduktivität. Das war nie die Herangehensweise von Lenin und seinen Nachfolgern, wie in »Die nächsten Aufgaben der Sowjetmacht« zu Beginn klargestellt wird. Eine politökonomische Analyse zum Untergang liegt übrigens vor – was nicht von den an ihm beteiligten »demokratischen Sozialisten« zu erwarten ist. Die US-amerikanischen Kommunisten Roger Keeran und Thomas Kenny veröffentlichten bereits 2004 eine umfassende politökonomische Analyse zum Untergang der Sowjetunion (Ursache für den des gesamten europäischen Sozialismus), deren Übersetzung weltweit vertrieben wurde. Nur im stark argumentierenden imperialistischen Deutschland fand sich bisher kein Herausgeber für die von mir in Abstimmung mit den Verfassern gefertigte Übersetzung. Zuerst blieb sie auf Warteschleife, danach reichten die Argumente von  »haben wir schon abgehakt« bis »interessiert niemanden (mehr)«. Statt dessen wird parteiübergreifend die Meinung der Bundeszentrale für politische Bildung vertrieben. Unterm Strich schließt sich Lucas Zeise dem leider an.
Alexandra Liebig

Kommentar jW:

Gemeint ist das Buch »Socialism Betrayed: Behind the Collapse of the Soviet Union«, dessen englische Version leicht über eine Suchmaschine zu ermitteln ist; jW

Veröffentlicht in der jungen Welt am 03.12.2019.
Weitere Leserbriefe zu diesem Artikel:
  • Zum Leserbrief »Analyse längst vorhanden«

    Alexandra Liebig weicht von Lenins Schrift »Die nächsten Aufgaben der Sowjetmacht« ab. Es war das Anliegen dieser Arbeit, eine »Wende« (die zweite übrigens seit der Machteroberung) im Denken der Part...
    Herbert Münchow
  • Adresse der Analyse

    Die von Lucas Zeise erwähnte Publikation ist übrigens auch online zu finden: https://eastsidemarxism.files.wordpress.com/2017/04/robert-c-allen-farm-to-factory-a-reinterpretation-of-the-soviet-ind...
    Reinhard Lauterbach