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Leserbrief zum Artikel US-Truppenabzug Nordostsyrien: US-Abzug aus Nordostsyrien vom 09.10.2019:

Damaskus und Iran gewinnen

Seit mehr als acht Jahren wüten in Syrien bewaffnete Konflikte mit Hunderttausenden von Opfern und Vertriebenen. Die Auseinandersetzung in Syrien entwickelte sich zu einem Stellvertreterkrieg mit Auswirkungen auf die gesamte Region und die Welt. Mit Iran, Israel und der Türkei sowie Saudi-Arabien tragen vier Regionalmächte ihre Konflikte offen auf syrischem Gebiet aus. Hinzu kommen Russland und die USA. Elend und Flucht werden noch durch die Wirtschaftssanktionen der USA vergrößert, die von den Europäern mitgetragen werden. Seitdem die Vereinigten Staaten am 7. September angekündigt haben, ihre Truppen aus dem Nordosten Syriens zurückzuziehen, wird mit einer Offensive der Türkei gerechnet. Die Kurden fühlen sich durch den Rückzug der US-Truppen aus Nordsyrien zu Recht im Stich gelassen. Auf taktischer Ebene wird eine türkische Invasion im kurdisch kontrollierten Nordostsyrien wahrscheinlich dazu führen, dass ein großer Teil des Gebiets in die Hände der Assad-Regierung und ihrer iranischen Verbündeten gelangt. Denn wenn die syrischen Kurden vor die Wahl zwischen Assad und unter türkischer Flagge kämpfenden Dschihadisten gestellt werden, werden sie sich für den Erstgenannten entscheiden. Damit werden die syrische Regierung und der Iran die Gewinner nach Trumps Entscheidung sein.
Istvan Hidy