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Leserbrief zum Artikel Frankreich/Italien: Sturm über den Alpen vom 09.02.2019:

Recht bleibt Recht

Hansgeorg Hermann hat sehr gut beobachtet, dass der Besuch bei der »Gelbweste« Chalençon für Di Maio »eine vermutlich sogar höchst willkommene Gelegenheit war, von der bisweilen durchaus berechtigten Kritik der römischen Regierung an der Flüchtlingspolitik des Nachbarn abzulenken«. Gleichzeitig hat er aber auch sehr gut von seiner eigenen Flüchtlingspolitik bzw. von der seines Kabinettskollegen Salvini ablenken können. Aber nicht genug der Winkelzüge: Ist denn Di Maios Besuch bei irgendwelchen »Gelbwesten« nicht auch für Macron eine höchst willkommene Gelegenheit, von der eigenen arroganten Politik abzulenken und mit dem Finger auf »ces gilets jaunes«, auf »diese Gelbwesten« zu zeigen, die es mit den italienischen Faschisten treiben? Und selbstverständlich muss sich auch ein Herr Chalençon fragen lassen, vor wessen Karren er sich spannen lässt, wem er damit einen Gefallen tut und wem er damit in den Rücken fällt! Im übrigen ist es interessant zu hören, wie Macron mit Blick auf Di Maio und Salvini von einer »Lepra, die sich ausbreitet«, spricht und wie Salvini Macron einen »Kolonialismus« vorwirft, der »die Länder Afrikas ›verarmen‹ lasse«. Da kann man nur feststellen: Wo sie recht haben, haben sie recht, alle beide!
Ortwin Zeitlinger
Veröffentlicht in der jungen Welt am 12.02.2019.