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Leserbrief zum Artikel Bolsonaro wird Präsident: Faschist an der Macht vom 30.10.2018:

Keiner kann sagen, er habe nichts gewusst

Derzeitig ist zu beobachten, dass es recht einfach ist, mit einer Ideologie des reinen Hasses und der Installation von Feinbildern bis hin zum ultrareaktionären Nationalismus Wähler an sich zu binden und in der eigenen Bevölkerung Feindbilder zu installieren, so dass man sich schon teilweise an das Mittelalter erinnert fühlt. Donald Trump, Salvini, Orban und auch der polnische Regierungschef sowie die polnische Politikerin Szydlo behandeln Flüchtlinge schon wie Aussätzige, die früher vor den Toren der Stadt ihren Platz suchen mussten; das gleiche gilt für den neuen brasilianischen Regierungschef, der ebenso mit Frauen, Homosexuellen und mit politischen Gegnern umgeht. Man sollte allerdings betonen, dass es die einzelnen neuen politischen Hassredner, an erster Stelle Donald Trump und nun auch der neue brasilianische Regierungschef, aber auch verschiedene europäische Spitzenpolitiker wie der italienische Innenminister Salvini, der ungarische Staatschef Viktor Orban, der polnische Spitzenpolitiker Duda und auch der türkische Staatschef Erdogan sind, die durch ihren reaktionären Protektionismus die Politik der Entspannung der letzten Jahrzehnte regelrecht mit den Füßen zertreten. Hierbei sei allerdings angemerkt, dass alle diese Politiker ausschließlich ihren Wahlkampf fortsetzen, dass vor allem bei Donald Trump und auch bei Jair Bolsorano die Wahlziele vor ihrer Nominierung fest installiert waren, dass sie nach ihrer Wahl von der Verbalität in den Modus des Aktivismus gewechselt sind. Keiner und niemand, weder ein Mitglied der eigenen Wählerschaft noch des internationalen Parketts, darf überrascht sein, dass es diese Staatschefs an die Macht geschafft haben, ebenso kann später niemand sagen, er habe von nichts gewusst.
Georg Dovermann, Bonn