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Leserbrief zum Artikel Kommentar: Kampf statt Kaufkraft vom 11.10.2018:

Undurchschautes System

Die französischen Gewerkschaften haben 150.000 Menschen mobilisiert, die für die Erhöhung ihrer Kaufkraft demonstrieren, um im dortigen Marktwirtschaftssystem Wachstum zu erzeugen. Weil der jW-Kommentator dieses systemkonforme Unterfangen für falsch hält, schlägt er hurtig einen Paradigmenwechsel vor: Statt den »Kampf um Kaufkraft« zu führen, müsse der Kampf aufgenommen werden gegen ein System, »in dem nur der Geldwert (?) zählt«. Nicht dargelegt wird dergestalt, warum es falsch ist, dass Lohnabhängige für eine Kaufkrafterhöhung auf die Straße gehen. Dass die französischen Marktwirtschaftsunternehmen die Lohnkosten minimieren müssen, um mittels der Warenpreise andere Warenverkäufer auf den Märkten dieser Welt niederkonkurrieren zu können und also angebotsorientiert dort Kaufkraft abzuschöpfen, müsste entfaltet werden. Sobald nämlich die rebellischen Lohnabhängigen in Frankreich und andernorts erkennen, dass der Lohn nicht ihr Mittel für ein gutes Leben, sondern das Mittel für die Profitmaximierung der Marktwirtschaftsunternehmen ist, wird der nachfrageorientierte »Kampf um Kaufkraft« als Irrweg erkannt werden. Aufgenommen werden kann dann der Kampf gegen ein Wirtschaftssystem, dessen Zweck nicht die Befriedigung der Bedürfnisse der Bevölkerung, sondern die Plusmacherei der Damen und Herren Unternehmer ist.
Franz Anger