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Leserbrief zum Artikel Siko München: Gegen das Kriegskartell vom 19.02.2018:

Kalter Krieg längst da

Die früher unter dem Label »Wehrkundetagung« firmierende Sicherheitskonferenz in München war von Friedensbewegten schon immer wohl nicht ganz zu Unrecht als »Unsicherheitskonferenz« bezeichnet worden. Das dominierende Übergewicht der Themenstellungen war stets von der militärischen und rüstungstechnischen Wahrnehmung der in der internationalen Politik nun einmal unvermeidlichen Interessenkonflikte geprägt. So auch die Tagung vom letzten Wochenende – diese allerdings in gesteigerter Form. Sie widerspiegelte den katastrophalen Zustand der internationalen Beziehungen vom Standpunkt heutiger Gefahren für den Ausbruch eines neuen Krieges. Und diesmal unter Einschluss aller Varianten von Raketen und Kernwaffen mit der Konsequenz einer globalen Menschheitskatastrophe. Ja, wir befinden uns schon längst wieder in einem kalten Krieg – nur sind die Verhaltensweisen der potentiellen großen und kleinen politischen Akteure heute weitaus weniger berechenbar als in den 70er und 80er Jahren. Nicht zuletzt auch aufgrund der Digitalisierung und automatisierter sowie matrixgesteuerter Befehlsketten, die, einmal in Gang gesetzt, kaum noch zu stoppen wären. Zu allem Überfluss in diesem sicherheitspolitischen Elend wurden nun auch noch die Fanfaren zu einer neuen Europäischen Militärunion geblasen. Als ob die NATO, die sich von Trump und den USA angeblich zunehmend alleingelassen sieht, nicht ausreicht. Also soll die EU nun auch noch zu einer Verteidigungsunion mit größten eigenen Rüstunganstrengungen hochgepowert werden. Der Schuldige hierfür ist natürlich auch längst gefunden: Putin und sein von den USA geopolitisch, global und von der NATO mehr als grenznah eingekreistes Russland. Angesichts des etwa achtfach größeren Rüstungshaushaltes der USA und der gegenüber Russland ca. dreifach höheren Rüstungsausgaben der europäischen NATO-Staaten stellt sich sicherlich nicht nur mir allein die Frage, wer hier eigentlich wen bedroht.
Prof. Gregor Putensen
Veröffentlicht in der jungen Welt am 22.02.2018.

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