Leserbriefe

Liebe Leserin, lieber Leser!

Bitte beachten Sie, dass Leserbriefe keine redaktionelle Meinungsäußerung darstellen. Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe zur Veröffentlichung auszuwählen und zu kürzen. Leserbriefe sollten eine Länge von 2.500 Zeichen (etwa 390 Wörter) nicht überschreiten. Kürzere Briefe haben größere Chancen, veröffentlicht zu werden. Bitte achten Sie auch darauf, dass sich Leserbriefe mit konkreten Inhalten der Zeitung auseinandersetzen sollten. Ein Hinweis auf den Anlass Ihres Briefes sollte am Anfang vermerkt sein (Schlagzeile und Erscheinungsdatum des betreffenden Artikels bzw. Interviews). Online finden Sie unter jedem Artikel einen Link »Leserbrief schreiben«.

Einsendungen bitte an: leserbriefe@jungewelt.de

Nur Leserbriefe, die an diese Mailadresse geschickt werden, werden von uns berücksichtigt!

Per Post: junge Welt, Torstr. 6, 10119 Berlin, Kennwort: Leserbriefe

 

Leserbrief zum Artikel Wehrhafte Demokratie vom 30.12.2014:

SYRIZA ist keine Systemalternative

Im Artikel wird ein bis ins Mark opportunistisches und systemtragendes Wahlbündnis geradezu gefeiert, als handle es sich um die Speerspitze der proletarischen Weltrevolution. Was kann man sich denn ernsthaft von einem Wahlsieg der SYRIZA erhoffen? Von einem Zusammenschluss, dessen Strategie fast ausschließlich auf die bürgerlichen Parlamente setzt; der glaubt, aus der Maastricht-EU wie von Zauberhand ein Bündnis für die Interessen der Werktätigen machen zu können; der den Wahlsieg von Hollande und die Krisenpolitik Obamas als politische Kehrtwenden zelebriert hat; dessen Angebot für Griechenland ebenso wie das der Konservativen kapitalistische Entwicklung in Zusammenarbeit mit den „europäischen Partnern" heißt; der mit Rechtspopulisten und Faschisten zusammenarbeitet, um die Kommunistische Partei auszubooten...?

Da Tsipras schon im Voraus nicht bereit ist, einen ernsthaften Bruch mit der EU und dem in- und ausländischen Kapital zu riskieren, geschweigedenn anzustreben, ist das traurige Ende seines „Experiments" schon jetzt absehbar: schneller und sang- und klangloser als die (zumindest verbal) deutlich radikaleren Programme der PASOK oder Mitterands in den 80ern wird auch dieser sozialdemokratische Versuch völlig den Imperativen der Kapitallogik subsumiert und neutralisiert werden. Und wenn dann die Kräfte der wirklichen gesellschaftlichen Alternative, für die die von eurem Autor nicht mal erwähnte KKE steht, nicht ausreichend schlagkräftig sind, werden die barbarischen Neonazis der „Goldenen Morgendämmerung" als Rattenfänger schon bereitstehen.
Thanasis Spanidis