Leserbrief zum Artikel Linke Irrtümer
vom 17.07.2009:
Blick vernebelt
Die Berichterstattung der jW zur aktuellen Iran-Frage verdient großes Lob. In keiner anderen Zeitung findet man so fundierte Hintergrundberichte und Stellungnahmen mit extrem verschiedenen Positionen. Seit der Publikation des Interviews mit US-Vizepräsident Biden, das jW dankenswerterweise vollständig abgedruckt hat, besteht wieder Anlaß zu großer Sorge, weil auch die neue US-Administration den Iran ins Visier nimmt und deutliche Drohungen für einen möglichen Luftangriff - durch sie selbst oder die israelische Regierung -formuliert. Vor dieser Gefahr warnt der Beitrag der Initiative "Stop War on Iran", die leider auch in der US-Friedensbewegung keine Mehrheitsströmung repräsentiert.
Doch auch unsere Friedensbewegung ist in der Iran-Frage uneins - und scheint das Thema in der aktuellen Debatte lieber ausklammern zu wollen. So verstehe ich jedenfalls die Argumentation von P. Strutynksi im jW-Interview vom 16. Juli.
Beeinflußt scheint mir eine solche defensive Haltung von Positionen wie sie M. Masserrat und P.Shahyar vertreten, die wiederum die aktuelle iranische Protestbewegung mit einer sozialen Revolution verwechseln und sogar M. Mussawi als frommen Muslim und konservativen Politiker verharmlosen; Mussawi, der - wie auch Rafsandschani - als aktiver Politiker maßgeblich für die Unterdrückung von Freiheitsrechten verantwortlich war!
Mir kommt es so vor, daß die Sicht vieler Exil-Iraner auf die heutige Lage des Iran durch ihren teilweise verständlichen Haß auf die Islamische Republik, die sie oder ihre Eltern aus dem Land getrieben hat, vernebelt wird. Und schon hört man von einer neuen - bestenfalls gut gemeinten - und mit großem Medienecho begleiteten Initiative des PEN, Amnesty International und Reporter ohne Grenzen - für einen internationalen Tag der Solidarität mit der iranischen Protestbewegung! Und kein Wort und keine Solidarität mit dem von Krieg bedrohten Iran?
Doch auch unsere Friedensbewegung ist in der Iran-Frage uneins - und scheint das Thema in der aktuellen Debatte lieber ausklammern zu wollen. So verstehe ich jedenfalls die Argumentation von P. Strutynksi im jW-Interview vom 16. Juli.
Beeinflußt scheint mir eine solche defensive Haltung von Positionen wie sie M. Masserrat und P.Shahyar vertreten, die wiederum die aktuelle iranische Protestbewegung mit einer sozialen Revolution verwechseln und sogar M. Mussawi als frommen Muslim und konservativen Politiker verharmlosen; Mussawi, der - wie auch Rafsandschani - als aktiver Politiker maßgeblich für die Unterdrückung von Freiheitsrechten verantwortlich war!
Mir kommt es so vor, daß die Sicht vieler Exil-Iraner auf die heutige Lage des Iran durch ihren teilweise verständlichen Haß auf die Islamische Republik, die sie oder ihre Eltern aus dem Land getrieben hat, vernebelt wird. Und schon hört man von einer neuen - bestenfalls gut gemeinten - und mit großem Medienecho begleiteten Initiative des PEN, Amnesty International und Reporter ohne Grenzen - für einen internationalen Tag der Solidarität mit der iranischen Protestbewegung! Und kein Wort und keine Solidarität mit dem von Krieg bedrohten Iran?