Leserbrief zum Artikel Linke Irrtümer
vom 17.07.2009:
Falscher Mann für fixe Idee
Wer sich daran macht, die Bewegung im Iran zu verstehen, der ist mit diesem Artikel leider sehr schlecht bedient. Warum können(oder wollen) die Autoren bei der Beurteilung von einem Aufruhr dogmatisch daran festhalten, man müsse unbedingt Partei für eine der beiden Seiten ergreifen? Was ist denn, wenn weder Ahmadinedschad noch Mussawi ein Programm vertreten, welches Unterstützung verdient? Da werden die Autoren nicht irre, einerseits die Unterstützung von Mussawi bedingungslos einzufordern, eines Politikers, der -wie sie selbst schreiben - "ein frommer Moslem und im Lager der Konservativen verankert ist". Genau dieser Mann sei derjenige, der die "theokratische Diktatur" abschaffen wolle, ist nur schwer nachzuvollziehen. Es ist dieser Standpunkt, unbedingt einen Hebel entdecken zu wollen für die fixe Idee, im Iran sei die Bewegung hin zu einer sozialrevolutionären Weltbewegung zu greifen, bei dessen Organisation man selbst nicht fehlen dürfe.
Und wenn es nun so ist, dass die "Revolution" im Iran in nichts anderem besteht als darin, im Namen Allahs dem Wahlsieger einen ganz prinzipiellen Verstoß gegen die moralischen Grundsätze des Staates nachzuweisen und sich selbst als die wahren Vertreter der islamischen Staatsmoral ins rechte Licht zu setzen? Dass die imperialistischen Staaten alles daransetzen, den Aufruhr als Hebel zu benutzen, eigenen Interessen vor Ort einen menschlichen Berufungstitel zu verpassen, heißt doch nur, dass sich die Aufständischen auch für auswärtige Einmischungsversuche benutzen lassen. Was die islamische Republik zusammenhält, kann man in einem alten GegenStandpunkt nachlesen: 04-2003. Vielleicht hat der Verlag ja noch welche.
Und wenn es nun so ist, dass die "Revolution" im Iran in nichts anderem besteht als darin, im Namen Allahs dem Wahlsieger einen ganz prinzipiellen Verstoß gegen die moralischen Grundsätze des Staates nachzuweisen und sich selbst als die wahren Vertreter der islamischen Staatsmoral ins rechte Licht zu setzen? Dass die imperialistischen Staaten alles daransetzen, den Aufruhr als Hebel zu benutzen, eigenen Interessen vor Ort einen menschlichen Berufungstitel zu verpassen, heißt doch nur, dass sich die Aufständischen auch für auswärtige Einmischungsversuche benutzen lassen. Was die islamische Republik zusammenhält, kann man in einem alten GegenStandpunkt nachlesen: 04-2003. Vielleicht hat der Verlag ja noch welche.