Aus: Ausgabe vom 06.01.2017, Seite 8 / Ansichten

Deutsche Alliierte des Tages: Uigurische Islamisten

Von Sebastian Carlens
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Der Anschlag, der an Neujahr in Istanbul 39 Tote forderte, soll auf das Konto eines uigurischen Islamisten gehen, sagte der türkische Vize-Ministerpräsident Veysi Kaynak am Donnerstag. Die Uiguren siedeln in Xinjiang, im Nordwesten Chinas. Wie hatte es der Attentäter bis in die ferne Türkei geschafft?

Ganz einfach: Er wurde eingeladen. Eine kleine, separatistisch-islamistische Bewegung der Uiguren will mit allen, auch gewalttätigen Mitteln ein »Ostturkestan« schaffen. Das wurde von türkischer Seite lange protegiert – Erdogan strebt ja ein Großturkreich an. Manchmal geraten die Geister, die man ruft, eben außer Kontrolle.

Mit welchen Methoden arbeiten die Islamisten? Vor allem mit Messern. Im März 2014 massakrierten sie im südchinesischen Kunming 34 Menschen. Wenn keine Klingen zur Hand sind, gehen auch Autos: 2013 raste ein Attentäter in Beijing in eine Menschenmenge.

Terrorismus? Nicht für die deutschen Medien. Die Zeit nannte die Anschläge 2015 »Chinas bequemes Terror-Problem«: »Menschenrechtler glauben, dass China die Gefahr übertreibt, vielleicht ganz erfunden hat«. Namen dieser Fachleute werden nicht genannt, aber das ist unnötig: Gegen China sind sich deutsche Liberale und uigurische Islamisten einig.

Ihren Hauptsitz hat der »Weltkongress der Uiguren«, den die Regierung Chinas als Zentrale der Terroristen einstuft, übrigens in München – ganz legal, mit Postanschrift.

Paradox: Während es in der Türkei für Frauen zum Problem wird, ohne Kopftuch herumzulaufen, müssen Muslimas auf deutschen Straßen mit Attacken rechnen. Nur in der VR China, einem atheistischen Staat mit toleranter Religionspolitik, leben Menschen verschiedener Nationalität und Religion friedlich miteinander – ohne sich von Terroristen dauerhaft stören zu lassen. Dagegen hat die Internationale des Irrationalen was. Von der Türkei bis zur BRD.

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