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Eine Peña in Cuhae

18.02.2011, 20:13 Uhr

Eine Peña in Cuhae

Marion Leonhardt
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Solidarität mit den fünf Kubanern
Bei  brütender Mittagshitze ist Aufbruch von der Cabaña Richtung Cuhae. Drei Busse und zwei Stunden später erreichen wir die Technische Universität am Rande der kubanischen Hauptstadt. Sattgrüne Landschaften und bunte Häusergruppierungen sind an uns vorbeigezogen und nur das große Hinweisschild »Internationaler Flughafen Jose Marti« schafft etwas Orientierung.

Die Peña - eine Zusammenkunft von Künstlern und Aktivisten – zu Ehren der »Los Cinco«, der fünf widerrechtlich in den USA inhaftierten kubanischen Antiterroristen, hat schon begonnen. Leise schleichen wir nach der ersten Rede auf unsere Plätze.

Fast angespannte Stille herrscht, als Aili, der Tochter von Ramón Labañino, ein von Studentinnen und Studenten der Universität gefertigtes Buch übergeben wird. Fast schüchtern nimmt es die junge Frau entgegen , die entschlossen für die Freilassung ihres Vaters kämpft, der Kuba vor US-Terroranschlägen schützen wollte.

Die getragene Stimmung wird von einer  jungen Kubanerin, die eindrucksvoll Flamenco tanzt, durchbrochen.

Abgerundet und beendet wird die Veranstaltung, die von der studentischen Solidaritätsgruppe an der Uni organisiert wurde, durch Eigenkompositionen eines jungen Musikers, der nur vom Outfit her Ähnlichkeiten mit seinen europäischen Pendants aus den Charts hat. Denn seine Lieder sind eine echte Entdeckung, was vom Publikum mit anhaltendem Applaus honoriert wird.

Tief berührt bin ich aber von dem persönlichen Gespräch mit Aili. Als ich ihr die solidarischen Grüße des Komitees »¡Basta ya!« für die Freilassung der Fünf aus der BRD überbringe und ihr versichere, dass wir den politischen Kampf  unvermindert fortsetzen werden, ist sie es, die aufmunternde Worte findet. Sie habe nicht  nur großen Respekt vor unserer Arbeit. Auch das Wissen, dass es in der BRD Menschen gibt, die für die Freilassung der Fünf  streiten, gäbe ihr viel Kraft. Wir seien in diesem Kampf eine große Familie.

Nötig und zu wünschen wäre, dass diese Familie größer wird - und dass es auch in der BRD vielleicht bald studentische Solidaritätsgruppen gibt, die sich für die Einhaltung von Menschenrechten einsetzen und sich für die Fünf engagieren. Dies wünschen sich nicht nur die StudentInnen an der TU Cuhae.

Weitere Informationen über die Fünf: www.miami5.de und www.fgbrdkuba.de