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Leserbriefe

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Leserbrief zum Artikel Deckname »Maitest« vom 14.05.2013:

Der „freie" Journalismus in der BRD

Man könnte meinen, dass dies ja der Vergangenheit anzulasten sei, in der Zeit des „Kalten Krieges" war das eben so. Aber wie die Gegenwart am Beispiel des NSU-Prozesses jedem klar machen sollte, sind noch immer die gleichen Kräfte aus jener Zeit am Wirken. So weiß also heute jeder Journalist oder journalistisch Tätige, was ihn erwartet, wenn er vom Recht der freien Meinungsäußerung Gebrauch macht und zwar so, dass durch dieses Recht der Schmutz an die Oberfläche gespült wird.

Jüngste Beispiele im Vorgehen gegen das Redaktionskollektiv der jungen Welt beweisen dies. Da muss ein Prozeßkostenkonto eingerichtet werden, da diese Zeitung mit ständigen Attacken zu rechnen hat. Ob das wohl den Verantwortlichen in den Kram paßt, daß ausgerechnet die junge Welt als Berichterstatter des NSU-Prozesses teilnehmen darf?

Sicher nicht, denn die ersten Angriffe sind ja bereits erfolgt. So gesehen kann man sich nur glücklich schätzen, daß es diese Tageszeitung bisher geschafft hat, durch alle Klippen zu kommen und als einziges Medium objektiv und vor allem in Zusammenhängen auf die Ursachen der verschiedensten gesellschaftlichen Konflikte in dieser Gesellschaft aufmerksam zu machen.

Ich für mein Teil nutze jede Gelegenheit, meinen Freundeskreis auf dieses Presseorgan aufmerksam zu machen. Sicher bin ich nicht mit jedem Beitrag einer Meinung, aber die Linie stimmt. Aber eines ist mir bewußt, daß selbst auf solch harmlose Leser und Beitragsbringer wie mich der Gesetzgeber der „freien Meinungsäußerung" ein Auge schon längst geworfen hat. Und ob das Sterben einiger Printmedien nur auf das glorreiche Gesetz der „Marktwirtschaft" zurückzuführen sei, wage ich zu bezweifeln.
Hans-Rainer Fritzke