Leserbrief zum Artikel Streitobjekt DDR
vom 13.11.2009:
hinterfragen und angreifen
Je mehr der Kapitalismus auch hierzulande von Krisen nur so geschüttelt wird, desto mehr attackiert er die DDR. Es ist schon erstaunlich mit welcher Vehemenz dies geschieht und es will kein Ende nehmen. Wenn denn dort alles so fürchterlich war, warum dann solch ein Eindreschen? Fragt man dann nach dem Motiv, dann wird recht schnell ersichtlich, dass die hiesige Obrigkeit ganz einfach fürchtet, dass ihnen die Massen wohl zusehends abspringen, wenn auch deren Absetzbewegung vorerst sich im zunehmenden Nichtwählen erschöpft. Doch bekanntlich ist dies erst der Anfang. Ohnehin ist Vielen bekannt, dass nach den Wahlen in NRW erst so richtig der Sozialabbau beginnt, da möchte der Staat sowie sein Kapital ganz gern ideologisch gerüstet sein. Beide wissen genau, dass vor allem Ex-DDR-Bürger sich zusehends fragen, warum es stets abwärts geht, in der DDR jedoch soziale Sicherheit existierte, wozu eben auch Vollbeschäftigung gehörte. Es besteht also die Gefahr, dass gerade dieser Bevölkerungsteil sein Büßergewand zusehends abstreift. Bei diesem Abstreifen kann und muss allerdings "Hebammenhilfe" geleistet werden, damit mehr als ein bloßes "Auftrotzen" herauskommt. Die ganzen sozialen, kulturellen und gesundheitlichen Errungenschaften sind die Folie, die als Auftakt zur kritischen Hinterfragung der jetzigen bestehenden Misere genutzt werden sollten. Warum z.B. werden jetzt Operationen verschoben, ist jemand "austherapiert", haben wir häufige Schüleramoklaufe, Schülerverrohung, Bildungsmisere, steigen die Mieten ständig usw., während die ökonomisch schwächere DDR diese Probleme nicht hatte. Dazu gehört natürlich auch, sich nicht in die StaSi-Mauerfalle hineinführen zu lassen, die dauerhaft bereitgehalten wird. Das ist ja die alte Leier, dass die Bourgeoisie, wenn man ihr sozialistische Errungenschaften gezielt unter die Nase hält, sie dann ausweichend auf besagtes Feld umschwenkt.