Leserbrief zum Artikel Linke Irrtümer
vom 17.07.2009:
Mantra Wahlbetrug
Das erste Königreich Irans ist sicher wesentlich älter als 2500 Jahre. Von Mitte des siebten bis Ende des 15. Jahrhunderts hatte Iran keinen König (Schah), sondern wurde von Kalifen und lokalen Dynastien regiert. Erst seit den 1930´er Jahren hieß das Land auch offiziell wieder Iran. Von einer 2500 Jahre währenden Kontinuität, die von der Revolution 1979 erstmals unterbrochen worden wäre, kann also keine Rede sein.
Dass bei den Protesten auch Menschen aus ärmeren Schichten dabei waren, ändert nichts an der Tatsache, dass die deutliche Mehrheit der armen Bevölkerung (ca. 80 % der Bevölkerung) und auch viele aus der Mittelschicht für Ahmadinejad gestimmt haben. Prof. Massarrat hat das in früheren Artikeln auf Wahlgeschenke Ahmadinejads an die Armen zurückgeführt (und sah darin vielleicht den Vorwurf des Wahlbetrugs gerechtfertigt). Jedenfalls widerspricht es der neuen Behauptung, die Armen hätten doch für Mussawi gestimmt.
Auch in ihren sonstigen Ausführungen lassen sich die beiden Autoren nicht auf lästige Fakten ein. Die Behauptung der Wahlfälschung zu belegen, halten die "Attacisten" für absolut unnötig. Das Mantra vom "Iranischen Wahlbetrug" wird als quasi-religiöse Wahrheit verklärt und als Diskussionsgrundlage vorausgesetzt. Jeder, der also quasi ketzerisch dieses Glaubensbekenntnis verweigert, ist demnach dumm, für Diktatur und gegen Emanzipation.
Außer Polemik im H.M. Broder-Stil haben die Autoren wenig zu bieten. Diese Rhetorik erinnert eher an die Bush-Doktrin (Entweder ihr seid mit uns, oder mit den Terroristen), als an emanzipatorische und der Aufklärung verpflichtete Grundsätze.
Prof. Massarrat hat in vielen Artikeln gezeigt, dass er belegbare Aussagen stilistisch hervorragend ausdrücken kann. Dass er dahin wieder zurückfindet, möchte ich ihm, wie auch Herrn Shahyar, für die Zukunft wünschen.
Dass bei den Protesten auch Menschen aus ärmeren Schichten dabei waren, ändert nichts an der Tatsache, dass die deutliche Mehrheit der armen Bevölkerung (ca. 80 % der Bevölkerung) und auch viele aus der Mittelschicht für Ahmadinejad gestimmt haben. Prof. Massarrat hat das in früheren Artikeln auf Wahlgeschenke Ahmadinejads an die Armen zurückgeführt (und sah darin vielleicht den Vorwurf des Wahlbetrugs gerechtfertigt). Jedenfalls widerspricht es der neuen Behauptung, die Armen hätten doch für Mussawi gestimmt.
Auch in ihren sonstigen Ausführungen lassen sich die beiden Autoren nicht auf lästige Fakten ein. Die Behauptung der Wahlfälschung zu belegen, halten die "Attacisten" für absolut unnötig. Das Mantra vom "Iranischen Wahlbetrug" wird als quasi-religiöse Wahrheit verklärt und als Diskussionsgrundlage vorausgesetzt. Jeder, der also quasi ketzerisch dieses Glaubensbekenntnis verweigert, ist demnach dumm, für Diktatur und gegen Emanzipation.
Außer Polemik im H.M. Broder-Stil haben die Autoren wenig zu bieten. Diese Rhetorik erinnert eher an die Bush-Doktrin (Entweder ihr seid mit uns, oder mit den Terroristen), als an emanzipatorische und der Aufklärung verpflichtete Grundsätze.
Prof. Massarrat hat in vielen Artikeln gezeigt, dass er belegbare Aussagen stilistisch hervorragend ausdrücken kann. Dass er dahin wieder zurückfindet, möchte ich ihm, wie auch Herrn Shahyar, für die Zukunft wünschen.