Aus: Ausgabe vom 29.03.2016, Seite 1 / Inland

Ostermärsche: Menschen im ganzen Land mobilisiert

Von Markus Bernhardt
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Mit Kundgebungen, Mahnwachen und Demonstrationen sind am Montag die diesjährigen Ostermarschaktivitäten der Friedensbewegung zu Ende gegangen. Zwar hatten die Teilnehmer des Ostermarsches Ruhr beim Zurücklegen der letzten Etappe von Bochum nach Dortmund mit extrem schlechten Wetterbedingungen zu kämpfen, der guten Stimmung tat dies jedoch keinen Abbruch. So zeigte sich Willi Hoffmeister, Sprecher des Ostermarsches Ruhr, am Montag im Gespräch mit jW mit dem Verlauf der Proteste zufrieden. Mehrere hundert Menschen hätten in diesem Jahr insgesamt an den Aktivitäten im Ruhrgebiet teilgenommen und ein »eindrucksvolles Zeichen für den Wunsch nach Frieden und gegen Kriegstreiberei und rechte Gewalt« gesetzt. Der Ostermarsch Ruhr gilt als der größte seiner Art. Positiv erwähnte Hoffmeister einen Redebeitrag der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend (SDAJ), der die Ursachen von Flucht und Vertreibung beleuchtet habe. Es mache ihm Mut, dass wieder verstärkt junge Leute an den Ostermärschen teilnähmen. Er hoffe, dass sich diese Entwicklung künftig noch verstärke, so Hoffmeister weiter.

Auch in anderen Städten (wie hier auf dem Foto in Berlin) forderten die Ostermarschierer »eine Politik, die Fluchtursachen bekämpft und die deutsche Verantwortung für die Geflüchteten übernimmt«. Abschottung und rassistische Ausgrenzung dürften nicht akzeptiert werden, forderten sie.

Zeitgleich zum Ostermarschfinale in Dortmund versammelten sich in Frankfurt am Main 2.000 Demonstranten zur dortigen Abschlusskundgebung. Auch vor dem Fliegerhorst in Büchel versammelten sich am Montag Friedensbewegte aller Altersklassen, um gegen die dort gelagerten US-Atomwaffen zu protestieren, die zur Weitergabe an die Bundesluftwaffe bestimmt sind. In Nürnberg und Hamburg kamen 1.000 Ostermarschierer zusammen. In Kassel waren es rund 600 Menschen.

Die Organisatoren der diesjährigen Proteste zogen eine positive Bilanz. »Die Ostermärsche zeigen, dass vielen Menschen das Thema Frieden wichtig ist und sie etwas verändern möchten«, erklärte Kristian Galla vom »Netzwerk Friedenskooperative«.

Wichtiger als die Anzahl der Protestteilnehmer sei die Tatsache, dass die Ostermarschbewegung in allen Regionen des Landes Menschen mobilisieren konnte, bilanzierte Willi van Ooyen, Sprecher des Ostermarschbüros in Frankfurt am Main, am Montag. In mehr als 80 Städten war es rund um das Osterwochenende zu Protesten der Friedensbewegung gekommen. Insgesamt hätten mehr als 20.000 Menschen an den Ostermärschen teilgenommen. Dies seien somit mehr als im Vorjahr gewesen, so die Organisatoren.

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