Aus: Ausgabe vom 22.03.2016, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Heuchelei und Krieg

Interview | Mo., 7.15 Uhr, DLF

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Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch hält das EU-Türkei-Abkommen zu Flüchtlingen für »kaum umsetzbar«, für »widersprüchlich« und »inhuman«, es gebe »offensichtlich Täuschungen«. Das »ganz, ganz große Problem« sei, »dass Europa sein Schicksal in Erdogans Hand gelegt hat«, eines Mannes, »der Menschenrechte mit Füßen tritt«. Man müsse mit ihm reden, aber »deutlich mehr Druck machen«. Wenn Erdogan eine Frauendemonstration zum 8. März »mit Gummigeschossen auseinanderprügeln« lasse, müsse lautstärker gesagt werden, dass das nicht gehe. Wenn Europa Frieden und Solidarität als sein Ziel angebe, dann stehe das Abkommen im Widerspruch dazu. An dieser Stelle könne »dieses große Projekt sterben«. Entscheidend bleibe, die Fluchtursachen ernsthaft anzugehen. Es sei aber weiterhin so, »dass wir Waffen und auch Soldaten in alle Welt schicken«. Bartsch spricht von »Heuchelei« und Verlagerung der Probleme. Wohl wahr: Die kommen zurück, weil Krieg und Heuchelei Teil der EU-Konstruktion sind. (asc)

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