Aus: Ausgabe vom 21.03.2016, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Sultanischer Terror

Interview | Sa., 12.15, DLF

Gespräch mit Michael Lüders zur Lage in der Türkei. Vor dem Hintergrund der jüngsten Anschläge in Ankara und Istanbul warnte der Nahostexperte vor »bewaffneten Auseinandersetzungen mit bürgerkriegsähnlichen Ausmaßen« in dem Land und rief einige Hintergründe für die aktuellen Zuspitzungen in Erinnerung: Recep Tayyip Erdogan habe »den eigentlich gut verlaufenen Friedensprozess mit der PKK aufgekündigt, weil er bei den Wahlen (im vergangenen Jahr, jW) festgestellt hat, dass seine Partei fast zehn Prozent an Stimmen verloren hatte«. Die gingen bekanntlich auch an die prokurdische HDP, seither handle der Präsident mit seiner »sultanisch« geführten Partei in der Überzeugung, »dass eine Politik der Konfrontation mit den Kurden die richtige Strategie sei«. Ziel der PKK sei »eigentlich immer gewesen, dem Terror abzuschwören«. Statt Druck auf Ankara auszuüben, verfolgten Brüssel und Washington »ihre eigenen Agenden«. Mit der Eskalation der Gewalt jedenfalls falle die Türkei am Ende als sicheres Herkunftsland für Flüchtlinge aus. (shu)

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