• Pol & Pott

Aus: Ausgabe vom 12.03.2016, Seite 8 (Beilage) / Wochenendbeilage

Pol & Pott. Brokkoli mit Zitronen-Mandel-Creme

Von Ina Bösecke

Seht ihr manchmal jemanden an und fragt euch, was wohl in seinem Kopf vorgeht?« fragt eine Frauenstimme im Trailer zum Kinofilm »Alles steht Kopf« (USA 2015) von Pete Docter. Dabei ist das, was im eigenen Kopf vor sich geht, für viele von uns viel spannender. Man fragt sich natürlich, wer dort gerade am Schalthebel sitzt und dafür sorgt, dass man traurig, fröhlich, ängstlich, wütend oder angeekelt ist.

Keine Ahnung, wovon hier die Rede ist? Wer bisher dachte, er/sie hätte es selbst in der Hand, wie er/sie sich fühlt, der schaue sich diesen unterhaltsamen, intelligenten und überaus gelungenen Pixar-Animationsfilm über das elfjährige Mädchen Riley an, das mit seinen Eltern von Minnesota nach San Francisco zieht, und um das es auf der einen Ebene geht. In einer anderen Ebene befinden wir uns im Kopf von Riley und erleben die fünf Gefühle Freude, Trauer, Wut, Angst und Ekel als eigenständige Wesen, die in der Kommandozentrale (also im Kopf) sitzen und dafür sorgen wollen, dass es dem Mädchen gutgeht. Die äußere Ebene weiß nichts von der inneren. Die innere Ebene lebt nur für die äußere. »Inside Out« heißt der Film im Original.

Die Gefühle sind nicht die einzigen Figuren, die wir im Inneren des Mädchens kennenlernen. Der Regisseur und seine Helfer (Ronaldo del Carmen als Koregisseur und Dacher Keltner als Experte auf dem Gebiet der Emotionsforschung) haben sich viel einfallen lassen, um das Innenleben eines elfjährigen Mädchens (sowie das ihrer Eltern und Mitmenschen) zu gestalten. Es macht einfach Spaß, das Langzeitgedächtnis als riesiges Labyrinth oder die Traumproduktion wie ein Hollywood-Studio zu erleben oder im Unterbewusstsein auf riesige schlafende Clowns zu stoßen. Es ist aufregend, wenn sich das Gefühl Freude, verkörpert als quirliges, permanent lustiges Mädchen mit riesigen blauen Knopfaugen mit dem Gefühl Trauer – einer dicklichen, müden Person – im Gehirn von Riley verirrt und sich beide dabei näherkommen. Es ist höchst witzig, der Figur Wut beim Aufbrausen zuzuschauen. Es ist sehr berührend, wie die Trauer von Riley, aber auch das Auffangen der Familie am Ende des Films zum Zuge kommen.

Und was wird gegessen? Die Frage ist hier eher: Was wird nicht gegessen: Brokkoli. Das Gefühl Ekel siegt über die Vernunft. Brokkoli ist zwar grün und riecht nicht gut, ist aber gesund. Und ja: Er kann auch schmecken. Aber das wird Ihnen kein Kind unter 18 Jahren glauben.

Brokkoli mit Zitronen-Mandel-Creme: Wasser aufkochen, salzen. Einen Broccoli waschen, Röschen vom Strunk schneiden. Röschen ins kochende Salzwasser geben, fünf Minuten garen. Brokkoli in einem Sieb abtropfen lassen. Eine Zitrone heiß waschen, abtrocknen. Hälfte der Schale fein abreiben. Saft der Zitrone auspressen. Saft und Schale mit 120 g Mandelmus und 80 Milliliter stilles Mineralwasser mischen, mit Salz und Pfeffer würzen. 40 g ganze Mandeln in einer heißen Pfanne ohne Fett ca. drei Minuten anrösten, anschließend grob hacken. Eine Chilischote waschen, in Ringe schneiden. Brokkoli auf einer Platte anrichten. Zitronen-Mandel-Creme darauf verteilen. Mit Chili und gehackten Mandeln garnieren, mit Olivenöl beträufeln.

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