Aus: Ausgabe vom 12.03.2016, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Gut gedopt

Panorama | Do., 21.45, ARD

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Dialysepatienten gehören zu den wenigen Personen, die das bei Sportlern als Dopingmittel verbotene Präparat Epo legal verschrieben bekommen. Wöchentlich erhalten sie dieses lebenswichtige Mittel gegen Blutarmut ein- bis dreimal, Kosten bis zu 900 Euro. Ein interessanter Markt für die Pharmaindustrie, denn in Deutschland müssen 70.000 Menschen an die künstliche Niere. Um ihr Präparat bei Ärzten zu plazieren, greifen Pharmaunternehmen zur verdeckten Korruption. »Panorama« recherchierte, inwiefern sogenannte Anwendungsbeobachtungen dazu missbraucht werden. Die langfristig gesammelten Blutwerte der Patienten sind dabei nahezu uninteressant. Es geht einzig darum sicherzustellen, dass die Präparate über möglichst lange Zeiträume vom Arzt verschrieben werden. Dies ist der Pharmaindustrie jährlich etwa 100 Millionen Euro wert – ein Bruchteil der zu erwartenden Einnahmen. Doping im wahrsten Sinne des Wortes – für die nutznießenden Ärzte und die Arzneimittelindustrie. (rw)

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