Aus: Ausgabe vom 10.03.2016, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Identitäterä

Frontal 21 | Di., 21 Uhr, ZDF

Journalisten des Magazins reisten nach Sachsen-Anhalt, um die AfD beim Wahlkampf zu beobachten. Die Reporter konfrontieren Kandidaten der Landesliste mit Aussagen aus deren Programm: Eine Sprachregelung wurde noch nicht gefunden. Keiner mag die Homosexuellenehe, vielmehr »preußische Tugenden«, die in der Schule vermittelt werden sollen, als da sind »Geradlinigkeit, Ehrlichkeit, Disziplin, Pünktlichkeit«. Kritisches Denken? Wird durch die AfD verkörpert, das muss reichen. Stichpunkt »Identität«. Da sei »eine gewisse Zeit« aus der deutschen Geschichte »überrepräsentiert«, jedenfalls die »zwölf Unglücksjahre«. Das betreffe auch die DDR, das sei dasselbe. Die AfD Sachsen-Anhalt will zudem, dass die Bühnen des Landes »stets auch klassische deutsche Stücke spielen«, um die »Identifikation« mit dem Land zu fördern. Die Spielpläne sind aber voll mit deutscher Klassik, die befragte Kandidatin war »neulich, vor zwei Jahren« im Theater. Wozu Kunst? Man trägt Identitäterä. (asc)

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