Aus: Ausgabe vom 09.03.2016, Seite 8 / Ansichten

Tiefflieger des Tages: Joachim Gauck

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Bundespräsident Joachim Gauck hat den Einwohnern von Brüssel am Dienstag Angst und Schrecken eingejagt. Beim Anflug auf den Airport der belgischen Hauptstadt begleiteten zwei F-16-Kampfjets die Maschine des deutschen Staatsoberhauptes. Einige Bürger, die nichts vom prominenten Passagier an Bord wussten, schlossen beim Anblick der Eskorte am Himmel sofort auf einen terroristischen Hintergrund und riefen in den Zeitungsredaktionen an. Das meldete online die Tageszeitung Het Laatste Nieuws.

Die Düsenjäger hätten das Präsidentenflugzeug auf deutschen Wunsch hin begleitet, erfuhr die Zeitung auf Nachfrage beim belgischen Verteidigungsministerium. Eine nähere Begründung erhielt das Blatt jedoch nicht. Ob der Bundespräsident Angst vor einem Raketenangriff aus dem Stadtviertel Molenbeek hatte, das als Hochburg der Islamisten verschrien ist?

Was soll’s, die Belgier haben schon manch merkwürdige Erscheinung am Himmel schadlos überstanden. Der militärische Begleitschutz für den Grüßonkel aus dem Nachbarland war jedenfalls auch nicht aufregender als zum Beispiel die sogenannte UFO-Welle von 1989 bis 1992. Damals glaubte das halbe Land, zwischen Eupen und Knokke-Heist fliegende Untertassen zu sehen. Seinerzeit stiegen übrigens ebenfalls Flugzeuge auf, um nach den Marsmännchen zu suchen. Gauck macht zwar auch oft den Eindruck, hinter dem Mond zu leben, aber die kleine Flugschau vom Dienstag über Brüssel stellte sich als harmlos heraus.

Grund zum Aufatmen haben die Belgier deshalb aber noch lange nicht. Der Staatsbesuch dauert immerhin drei Tage. Drei Tage! Drei! Das bedeutet 72 Stunden lang eine Präsidentenpredigt nach der anderen. Liebe Belgier, wir müssen euch leider mitteilen: Der Terror hat jetzt erst angefangen. (gh)

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