Aus: Ausgabe vom 08.03.2016, Seite 8 / Abgeschrieben

Erklärungen zum Internationalen Frauentag

Erklärungen zum Internationalen Frauentag der Linksfraktionen in der Bürgerschaft Hamburg und im Hessischen Landtag

Zum heutigen Internationalen Frauentag veröffentlichte die Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft am Montag folgende Stellungnahme:

Gleichberechtigung ist erreicht, wenn Quoten überflüssig sind. Der 8. März ist Internationaler Frauentag – Belege dafür, dass der Kampf für gleiche Rechte und Chancen für Frauen immer noch nicht erledigt ist, gibt es genug: Am Equal Care Day, dieses Jahr am 29. Februar, wies die OECD darauf hin, dass 80 Prozent der Haus- und Pflegearbeit von Frauen erledigt werden. Selbst wenn sie wie ihr Partner in Vollzeit beschäftigt sind. Und in wenigen Tagen, am 19. März, wird der Equal Pay Day erneut aufzeigen, dass in Deutschland Frauen für die gleiche Arbeit nach wie vor 22 Prozent weniger verdienen als Männer.

»Das sind nur zwei von vielen Beispielen, warum weiterhin und jetzt erst recht der 8. März ein Kampftag ist«, erklärt dazu Cansu Özdemir, Vorsitzende und frauenpolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft. »Wir brauchen endlich eine neue und, gerade mit Blick auf die Silvesternacht, ehrliche Debatte über Sexismus, Diskriminierung, Abhängigkeiten und gleiche Chancen. Gleichberechtigung ist nicht erreicht, wenn wir Quoten in Managerpositionen erfüllen. Gleichberechtigung ist dann erreicht, wenn wir keine Quoten mehr brauchen, wenn Frauen ganz selbstverständlich alle Berufe und Posten paritätisch und für das gleiche Gehalt ausüben. Und wenn Frauen nicht mehr viermal soviel Haus- und Pflegearbeit leisten müssen wie Männer!«

Anlässlich des Internationalen Frauentags lädt die Fraktion Die Linke für den 9. März zu einem Empfang im Rathaus ein.

Marjana Schott, frauenpolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke im Hessischen Landtag, sagte in ihrem Grußwort an den Hessischen Landtag:

»Wir wünschen allen Frauen und Mädchen einen Internationalen Frauentag, der uns endlich der Geschlechtergerechtigkeit näherbringt. Strukturelle Diskriminierung, Gewalt und schlechteres Einkommen sind immer noch Alltagserfahrungen für Frauen. Dabei leisten Frauen den Hauptteil gesellschaftlicher Arbeit. Egal ob im Gesundheitswesen, Einzelhandel oder Erziehungs- und Sozialwesen – ohne Frauen ginge hier nichts.

Deshalb ist gerade in diesen Branchen die Politik gefordert: Ob es die Spielräume für eine gute Personalstruktur und gute Bezahlung in der Pflege sind; hier braucht es mehr Geld des Landes für die Krankenhäuser. Ob es bei den meist weiblichen Lehrkräften in Grundschulen ist, die schlechter bezahlt werden als in den anderen Schulformen; ob es die Bezahlung in der Kindertagesbetreuung ist, deren Rahmenbedingungen die hessische Landesregierung vorgibt.«

An dieser Stelle kämen zwei Probleme zusammen: Frauen würden schlechter bezahlt, Familien müssten aber für die Kinderbetreuung immer mehr Elternbeiträge aufbringen, so Schott. Somit seien Familien gezwungen zu rechnen, ob Frauen ihre Stunden reduzieren oder ihren Arbeitsplatz ganz aufgeben, um die Kinderbetreuung zu Hause zu leisten.

Schott: »Deshalb hat Die Linke einen Antrag in den Hessischen Landtag eingebracht, die Elternbeiträge abzuschaffen. Mittelfristig soll die Kindertagesbetreuung vom Land und nicht von den Kommunen und Eltern finanziert werden.«

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