Aus: Ausgabe vom 05.03.2016, Seite 16 / Aktion

Mehr als eine Tageszeitung

jW-Lesen lässt an einem Gesamtkunstwerk teilhaben

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Besucher bei der Eröffnung der Ausstellung mit jW-Druckgrafiken (Donnerstag, 3. März)

Eins sei betont: Seine ganze Kraft braucht das kleine jW-Team eigentlich allein dafür, tagtäglich eine hochwertige Tageszeitung zu produzieren und immer besser zu verbreiten. Und zwar nicht irgendeine, sondern die einzige, die sich im deutschsprachigen Raum als marxistisch zu bekennen wagt. Gerade deshalb reicht es nicht aus, das Ergebnis unserer Arbeit zu drucken bzw. ins Netz zu stellen. Geht es doch darum, im Kontext des Tagesgeschehens die Dialektik von Klassenkämpfen zu verdeutlichen. Zudem bleibt der Auftrag, nicht nur zu interpretieren, sondern vor allem zu verändern. Dazu bedarf es mehr als der Tageszeitung allein. Entsprechend haben wir gemeinsam mit unseren Leserinnen und Lesern eine ganze Reihe ergänzender Elemente entwickelt. Dazu zählen u. a. die alljährlich stattfindende Rosa-Luxemburg-Konferenz, die Publikationsreihe »jW-Reserven«, internationale Medienkoperationen und der Fotowettbewerb «Blende». Sie sollen die Schwerpunkte unserer Berichterstattung mit genretypischen Mitteln verdeutlichen. Besonders konzentriert kommt dies im Wirken der jW-Ladengalerie zum Ausdruck. Sie hat sich als erstrangige Stätte des Meinungsstreits und des Zugangs zu fortschrittlicher Kunst und Kultur etabliert.
So waren dort bis vor wenigen Tagen einzigartige Fotoaufnahmen Fidel Castros zu sehen. Der in unserem Verlag herausgegebene Bildband mit diesen und weiteren Arbeiten des Fotografen Roberto Chile ist in der Ladengalerie weiter erhältlich. Nun folgt eine nicht minder spannende Präsentation, die am Freitag eröffnet wurde. Sie zeigt Grafiken namhafter DDR-Künstler aus vier Jahrzehnten. Diese wurden aus der jW-Grafiksammlung ausgewählt, die seit April 1971 in Zusammenarbeit mit erstrangigen, aber auch mit damals noch unbekannten Grafikschaffenden entstand. Beabsichtigt war, anspruchsvolle Kunst zu fördern und »für ’nen Groschen« der gesamten Bevölkerung zugänglich zu machen. Auch unter gänzlich anderen Bedingungen fühlen wir uns dieser Tradition weiter verpflichtet. Überzeugen Sie sich selbst, wie in den Grafiken von Willi Sitte, Rolf Biebl, Joachin John, Johannes Heisig und vieler anderer, vor allem aber von Roland Berger und Thomas J. Richter Bezüge zur aktuellen jW-Berichterstattung in eingängiger Weise aufscheinen! Bis zum 11. April ist noch Zeit dafür.

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