Aus: Ausgabe vom 03.03.2016, Seite 14 / Leserbriefe

Aus Leserbriefen an die Redaktion

Populärster DDR-Sportler

Zu jW vom 23. Februar: »Täve 85«

Liebe »Sportredaktion« der jungen Welt, bevor man den PC einschaltet, um über Geschichte zu schreiben, schadet es gewiss nichts, vorher in der jW von anno dazumal nachzuschauen. Andernfalls hätte auffallen können, dass Täve Schur keineswegs im »letzten Jahr des Bestehens« der DDR vom »Volk« zum besten Sportler von 1949 bis 1989 gewählt wurde. Richtig ist vielmehr, dass er 1989 von einer Jury von 1.000 Personen zum »populärsten und besten Sportler in 40 Jahren DDR« gekürt wurde. Die Jury setzte sich aus 500 Prominenten (darunter allen Bürgermeistern der Kreis- und Bezirksstädte einschließlich Berlin) sowie 500 Lesern, die sich um eine Teilnahme bewerben konnten, zusammen. Außerdem errang er nur eine Olympiamedaille (Silber 1960) im Mannschaftszeitfahren. Die Bronzemedaille von 1956 erhielt er als Mitglied der gesamtdeutschen Mannschaft im Straßenradrennen, deren Plazierung aus dem Abschneiden in der Einzelwertung errechnet wurde.

Volker Kluge, per E-Mail

Gebrochene Wahlversprechen

Zu jW vom 20./21. Februar: »›Das hat die CDU in 24 Jahren nicht fertiggebracht‹«

Bei vielen Punkten stimme ich mit Jochen überein. Dennoch folgende Punkte – erstens: Es ist kein Vorzug für eine linke Mitregierung, die kapitalistischen Systemprobleme in Ruhe und Sachlichkeit zu bewältigen, mehr Auseinandersetzungen mit der Kriegspartei SPD wären allemal besser. Zweitens: Das Problem von Ramelow ist nicht nur der DDR-»Unrechtsstaat«, sondern auch seine eigene Vergangenheit im Verhältnis zum K+S-Konzern, den Plattmachern von Bischofferode – damals als »Schlichter« und heute als Bewunderer des Konzerns. Drittens: Über gebrochene Wahlversprechen sollte Jochen auch reden.

Konstantin Brandt, Berlin

Konsequente Bestrafung

Zu jW vom 23. Februar: »Sächsische Bigotterie«

Dieser deutsche Staat nebst Polizei schafft es spielend, ein Alpenhotel im weitesten Umkreis in eine Hochsicherheitszone zu verwandeln, soll aber nicht in der Lage sein, das Abfackeln Hunderter Asylunterkünfte und das öffentliche Wüten eines primitiven rechten Mobs zu verhindern? Wo bleiben die systematische Präventivüberwachung gefährdeter Gebäude, konsequente Beobachtung und Bestrafung potentieller bzw. festgestellter Täter und das Verbot faschistischer und rassistischer Kundgebungen und Vereinigungen? (…)

Dieter Reindl, Nürnberg

Westdeutsche Lüge

Zu jW vom 18. Februar: »›Alle hatten Anekdoten parat‹«

(…) Nachhaltigkeit war im Westen schon immer etwas teurer. Die Behauptung, dass die DDR-Wirtschaft nur Schrott produziert hat, ist eine westdeutsche Lüge. Mit dieser wurde der Rachefeldzug gegen die DDR und das dem Westen verhasste System geführt.

Hartmut Bethge, per E-Mail

Vorbereitung eines Staatsstreiches

Zu jW vom 22. Februar: »›Ist mir egal‹«

Ihr nennt es Normalisierung der Beziehungen zwischen Kuba und den USA. Ich nenne es Vorbereitung eines Staatsstreiches. Die USA werden nie und nimmer normale Beziehungen zu Kuba aufnehmen. Es wird nicht mehr lange dauern, da werden die USA auch Kuba annektieren. Nichts anderes wird im Pentagon vorbereitet. Die Opposition wird bereits aufgebaut und gut bezahlt.

Petra Cettinich, per E-Mail

NATO bedroht Russland

Zu jW vom 16. Februar: »Nachschlag: Nachhilfe vom General a. D.«

(…) Ich kann das Argument, die baltischen Staaten und Polen fühlten sich durch Russland bedroht, nicht mehr hören. Kein Mensch spricht mehr davon, wie diskriminierend die russischen Minderheiten nach der Neugründung der baltischen Länder in diesen Staaten behandelt werden. Auch ist das Thema »Raketenabwehrschirm« immer noch aktuell. Obwohl vom Iran, und dagegen war der Schirm angeblich doch gedacht, sicher keine Gefahr mehr droht. Verständlich, dass Herr Putin an dieses Märchen nicht glauben konnte. Tatsache und die Wahrheit ist doch: Die NATO bedroht Russland! (…)

Dieter Reinhold, per E-Mail

»Humanitäres« Totbomben

Zu jW vom 22. Februar: »Bundeswehr soll nach Tunesien«

Mit »Beratern« und »Ausbildern« fängt es immer an, dann kommen die »Aufklärungsflüge« und danach das »humanitäre« Totbomben von wehrlosen Zivilisten. Tunesien dient dem deutschen Imperialismus dabei als Sprungbrett und als Rückzugsbasis für den längst geplanten und beschlossenen Einsatz in Libyen. (…)

Stefan Heuer, per E-Mail

Bezugsadresse für Granma

Zu jW vom 22. Februar: »Neu erschienen«

Es ist sehr erfreulich, dass die junge Welt die seit Mai 1994 auch in deutscher Sprache erscheinende kubanische Granma Internacional in ihre Zeitschriftenschau aufgenommen hat. Allerdings bedarf es einer Korrektur: Bei der angegebenen Adresse in Havanna handelt es sich um eine allgemeine Kontakt-, nicht jedoch um die Bezugsadresse. Wer diese einzigartige, monatlich erscheinende Zeitung für 15 Euro jährlich abonnieren möchte, sende die Bestellung an: GNN-Verlag, Venloer Straße 440 (Toskana-Passage), 50825 Köln, Tel.: 02 21–21 16 58. Heinz-W. Hammer, Essen

Dieser Staat schafft es spielend, ein Alpenhotel im weitesten Umkreis in eine Hochsicherheitszone zu verwandeln, soll aber nicht in der Lage sein, das Abfackeln Hunderter Asylunterkünfte zu verhindern?