Aus: Ausgabe vom 02.03.2016, Seite 9 / Kapital & Arbeit

US-Frackingfirmen in Defensive

Reuters-Studie: Ölpreisverfall drängt Teil der Schieferölproduzenten ins Aus

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Frackinganlage nahe Williston im US-Bundesstaat North Dakota

Die führenden Frackingfirmen in den USA wollen einer Untersuchung der Nachrichtenagentur Reuters zufolge wegen des Preisverfalls im laufenden Jahr weniger Öl und Gas fördern. Die Produktion dürfte um 5,6 Prozent zurückgehen, wie eine am Dienstag veröffentlichte Analyse der Pläne von 18 Branchengrößen ergab. 2015 hatten diese Firmen ihre Förderung aus Schiefergestein, die als höchst gefährlich für die Umwelt gilt, noch um etwa zehn Prozent in die Höhe geschraubt. Fachleute bezweifeln jedoch, dass der nun geplante Rückgang der Produktion ausreicht, um den Ölpreis zu stützen. »Das Angebot von Produzenten außerhalb der OPEC muss noch weiter schrumpfen, bevor der Markt sich stabilisiert und sich der Preis erholt«, zitiert Reuters Pavel Molchanov, Analyst beim Beratungshaus Raymond James.

Der Ölpreisverfall macht zwar auch den traditionellen Produzenten zu schaffen. Aber gerade Frackingfirmen leiden darunter, weil ihre Fördertechnik meist kostspieliger ist. Viele Unternehmen der Branche hatten deswegen zuletzt ihre Investitionen gedrosselt und lassen die Arbeit an neuen Lagestätten ruhen. So werden derzeit nach Angaben des Öldienstleisters Baker Hughes nur 400 Förderstätten genutzt, 2014 waren es noch viermal so viele. Doch zugleich erlaubt der technologische Fortschritt den Unternehmen, mehr Öl aus bekannten Vorräten zu pumpen. Branchenexperte Neil Atkinson von der Internationalen Energieagentur (IEA) rechnet damit, dass die Förderung in den USA binnen weniger Jahre wieder ein Rekordhoch erreicht. »Jeder, der glaubt, die Fracking-Revolution in den USA ist ins Stocken geraten, sollte diese Ansicht überdenken.«

Der Ölpreis ist wegen des weltweiten Überangebots in den vergangenen 20 Monaten um bis zu 70 Prozent eingebrochen. Viele Förderländer kämpfen mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten, besonders Venezuela. Saudi-Arabien, Katar, Venezuela und Russland hatten sich zuletzt im Kampf gegen den Preisverfall darauf geeinigt, die Förderung auf dem Niveau vom Januar einzufrieren. Voraussetzung soll aber sein, dass andere große Förderländer mitmachen. (Reuters/jW)

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