Aus: Ausgabe vom 26.02.2016, Seite 16 / Sport

Bild: EPA/ROMAN PILIPEY/dpa - Bildfunk

Urangst im VIP-Bereich. Ein Champions-League-Abend in Kiew

Kiew. Der ukrainische Oligarch und Präsident Petro Poroschenko (Foto links) war beim Champions-League-Spiel am Mittwoch in Kiew um einen unvorteilhaften Eindruck bemüht. Er hätte sich auf der VIP-Tribüne mit weniger lädierten Gestalten umgeben können. Auch ein anderer Dresscode wäre denkbar gewesen. Aber da im Westen niemand mehr einen Pfifferling gibt auf die Integrität dieses »Schokoladen«-Milliardärs, zu dessen Imperium ein Rüstungskonzern und ein TV-Sender gehören (auf der »Münchner Sicherheitskonferenz« wurde er neulich für die Behauptung, gegen Korruption vorzugehen, von Diplomaten ausgelacht), bleibt Poroschenko eben nur das Schüren der großen Urangst: Seht her, in diesem Zustand werden wir den Endkampf gegen Putin verlieren!

Auf dem Feld ging es am Mittwoch gegen Manchester City, das alle Speisen und Getränke von zu Hause mitgebracht hatte. Gastgeber Dynamo Kiew hat von den Zeiten Oleg Blochins nur noch den Namen. Heute ist der Verein für rassistische Fan-Ausschreitungen bekannt (zuletzt wurden im Oktober in der CL schwarze Zuschauer angegriffen).

Dynamo-Stürmer Andrij Jarmolenko empfahl sich mit Engagement fürs Ausland. Sein gegnerischer Kollege Sergio »Kun« Agüero erzielte in der 14. Minute sein 14. CL-Tor. Vor der Pause erhöhte David Silva nach schöner Kombination von Agüero und Raheem Sterling auf 2:0. Erste Nachlässigkeiten der Gäste wurden in der 59. Minute von Witali Bujalski per abgefälschtem Distanzschuss bestraft. Drohende Höhenflüge Kiewer Rassisten aber konnte der Ivorer Yaya Touré vereiteln, der in der 90. Minute zum 3:1-Endstand traf. In dieser CL-Saison muss sicher niemand mehr nach Kiew. (jW)

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