Vilshofen. Als Herausforderer des amtierenden bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) konnte es Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD, Foto) beim »politischen Aschermittwoch« in Vilshofen krachen lassen. Seehofer mußte sich mit den traditionellen Attacken auf politische Gegner bei der gleichzeitigen CSU-Veranstaltung in Passau etwas zurückhalten, da er als Bundesratspräsident kommissarisch das Amt des zurückgetretenen Bundespräsidenten Christian Wulff (CDU) übernommen hat. Unterdessen polterte sein Hauptkonkurrent für die Wahl 2013: »Es ist ein ganz normaler demokratischer Vorgang, wenn man sich gegenseitig in Pension schickt - das mache ich jetzt auch.« Mit Blick auf sein eigenes Alter sagte Ude: »Ich habe nur zwei Jahre Lebenserfahrung mehr - aber ich finde, das merkt man auch.« Wie er selbst bewerbe sich auch Seehofer 2013 zum ersten Mal um das Vertrauen der bayerischen Bevölkerung, denn er sei erst nach dem CSU-Desaster bei der Landtagswahl 2008 und dem Rückzug von Amtsinhaber Günther Beckstein zu dessen Nachfolger bestimmt worden.
In Passau stahl dann auch noch der CSU-Ehrenvorsitzende und Exministerpräsident, von bierseligen Massen mit »Stoiber, Stoiber«-Rufen begrüßt, Seehofer die Schau. Der so umjubelte Edmund Stoiber lobte wiederum den von vier Bundestagsfraktionen zum Präsidentschaftskandidaten ausgerufenen Expastor Joachim Gauck über den grünen Klee. Der sei nämlich für die Freiheit und habe auch für Thilo Sarrazin ein gutes Wort gefunden. Gauck sei gegen einen EU-Beitritt der Türkei und stehe zu Hartz IV - im Gegensatz zu einigen seiner Unterstützer. »Das«, befand Stoiber, »ist doch unsere Politik!«