27.11.2009 / Inland / Seite 1Inhalt

IG Metall: Kein Verzicht für GM-Konzept

Von Karl Neumann
Das am Mittwoch von General Motors (GM) präsentierte Kürzungsprogramm für Opel stößt bei Beschäftigtenvertretern auf Widerstand. Armin Schild, Leiter des IG-Metall-Bezirks Frankfurt und Aufsichtsratsmitglied des Autobauers, übte am Donnerstag scharfe Kritik an den Plänen. »Genau das hatten wir von GM befürchtet: Kein Konzept, keine finanzielle Ausstattung, kein einziger innovativer Gedanke, sondern kurzsichtiger Kahlschlag.« Auf dieser Grundlage werde es die geforderten Abstriche am Tarifvertrag nicht geben, stellte Schild in der Stellungnahme klar.

»Wir erwarten einen Beitrag der Mitarbeiter und hoffen, Hilfe von den Regierungen zu bekommen«, hatte GM-Europachef Nick Reilly am Mittwoch erklärt – just als er die Streichung von bis zu 5400 der etwa 26000 Arbeitsplätze in den vier deutschen Opel-Werken verkündete. Schild äußerte die Vermutung, daß Staatsgeld – insgesamt verlangt der Konzern von den europäischen Regierungen 3,3 Milliarden Euro – sowie Lohnverzicht vor allem dazu dienen sollen, die für die Arbeitsplatzvernichtung notwendigen »Sozialpläne« zu finanzieren. Zukunftsinvestitionen seien im GM-Plan nicht vorgesehen.

An derartigen Konzepten, egal ob sie von GM oder anderen Unternehmen vorgelegt würden, beteilige sich die IG Metall nicht »durch die Regelung tariflicher Beiträge«. Soll heißen: Die Unterschreitung des Flächentarifs – es wäre das erste Mal, daß dies bei einem der großen Autokonzerne geschieht – kommt auf dieser Basis nicht in Frage. Die Gewerkschaft werde es nicht zulassen, daß die Opel-Beschäftigten ihren eigenen Arbeitsplatzabbau mitfinanzierten, heißt es in der Stellungnahme weiter. Das von GM vorgelegte »Sammelsurium von verdeckten Drohungen und offensichtlicher Unfähigkeit« zeige, daß sich der US-Konzern Opel nicht als eigenständiges Unternehmen vorstellen könne, so Schild. »Das ist ein Schlag ins Gesicht der Beschäftigten.«


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