23.11.2009 / Inland / Seite 2Inhalt

Lafontaine hat OP gut überstanden

Linke-Fraktionschef Gysi kritisiert Nachfolgefrage. fds startet Programmdebatte

Der Vorsitzende der Partei Die Linke, Oskar Lafontaine, hat seine Krebsoperation gut überstanden. »Der Eingriff verlief erfolgreich. Ihm geht es den Umständen entsprechend gut«, teilte ein Sprecher am Samstag in Berlin mit. Fraktionschef Gregor Gysi rechnet damit, daß Lafontaine schon in wenigen Wochen auf die politische Bühne zurückkehrt. »Die Linke kann und wird auf Oskar Lafontaine nicht verzichten«, sagte er der Bild am Sonntag. »Ich bin sehr optimistisch, daß er ab Januar wieder in den Ring steigt.«

Gysi erteilte allen Spekulationen über eine mögliche Ablösung Lafontaines an der Parteispitze eine Absage. Die Debatte sei »völlig daneben«, sagte er dem Tagesspiegel. »Wenn jemand ins Krankenhaus kommt, denkt man über alles Mögliche nach – aber nicht über dessen Nachfolge.« Ohne Lafontaine drohe der Partei zum jetzigen Zeitpunkt ein Bedeutungsverlust, warnte der Fraktionsvorsitzende. »Wir wissen doch selbst, daß es einen Generationswechsel geben muß. Aber den lassen wir uns nicht vorschreiben.« Zuvor müßten er und Lafontaine erst noch die Vereinigung der Linken hinbekommen, betonte Gysi. »Das ist unsere historische Aufgabe.« Die Debatte über einen »Generationenwechsel« war vom thüringischen Fraktionschef Bodo Ramelow ausgelöst worden, der dafür viel Kritik einstecken mußte.

Während Linke-Chef Lafontaine sich von der OP erholt, preschen seine parteiinternen Gegner mit der Forderung nach einer Programmdebatte vor. Es sei nicht ausreichend, »aus den Wahlprogrammen für die Bundestagswahl ein paar Teilprogramme herzuleiten«, zitiert die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung aus einem Beschlußentwurf der parteirechten Strömungsgruppe »Forum demokratischer Sozialismus« (fds). Der Appell soll am kommenden Wochenende auf einem fds-Bundestreffen verabschiedet werden. Die Partei solle »den Dialog mit den linken Sozialdemokraten und auch mit den Grünen führen«, um im Bund 2013 eine Alternative zur schwarz-gelben Koalition zur Wahl zu stellen.

Für Aufsehen sorgte am Wochenende ein Focus-Bericht, nach dem Lafontaine vor zwei Jahren über einen Zeitraum von mehreren Wochen von vier Privatdetektiven bespitzelt worden sein soll. Über die Auftraggeber sei aber nichts bekannt. Fraktionssprecher Hendrik Thalheim nannte den Bericht ausgesprochen zweifelhaft. (AP/jW)
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